Client story

Wie ein führender US-Versicherer KI in der Softwareentwicklung skaliert

  • Versicherungen
  • Daten & Künstliche Intelligenz

Zusammenfassung  

Branche: Versicherungen

Die Herausforderung: Nach der frühzeitigen Einführung KI-gestützter Entwicklungstools wollte ein führender US-Versicherer seine Investitionen skalieren und daraus messbaren Mehrwert schaffen. Dabei stellten sich zentrale Fragen: Wo lässt sich KI über den gesamten Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) hinweg sinnvoll einsetzen und wie können die jeweiligen Stärken der einzelnen Tools genutzt werden? Wie lässt sich eine nachhaltige Akzeptanz bei Hunderten von Entwicklerinnen und Entwicklern erreichen? Welche Governance-Strukturen sind für die Einführung erforderlich? Und wie lassen sich konkrete Vorteile für das Unternehmen realisieren?

Die Lösung: Der Versicherer arbeitete mit Wavestone zusammen, um einen strukturierten Ansatz zu entwickeln: die strategische Richtung festzulegen, die Zustimmung des Top-Managements zu den Business Cases zu gewinnen, zentrale Fähigkeiten aufzubauen und erste Investitionserträge nachzuweisen, bevor die Lösung skaliert wurde.

Wichtigste Ergebnisse:

  • Durchschnittlich rund 30 % Zeitersparnis pro Entwickler
  • Erster messbarer Mehrwert nach etwa 4 Arbeitstagen
  • Mehr als 100 Mitarbeitende im gesamten Unternehmen geschult
  • Geschätzte jährliche Kostenvermeidung von 3–5 Mio. US-Dollar bei ausgewählten zukünftigen Initiativen
  •  30 % durchschnittliche Zeitersparnis pro Entwickler
  •  100 im gesamten Unternehmen geschulte Mitarbeitende
  •  3–5 Mio. US-Dollar jährliche Kostenvermeidung

Die Herausforderung

Über KI-Experimente hinausgehen

Der Versicherer hatte sich frühzeitig für Investitionen in KI-gestützte Entwicklungstools entschieden, hatte jedoch Schwierigkeiten, grundlegende Fragen zu beantworten:

  • Wo und wann sollte KI im gesamten SDLC eingesetzt werden?
  • Wie erfüllen wir nach der Auswahl der Tools die unternehmensweiten Anforderungen an Sicherheit, Compliance, Recht und Beschaffung?
  • Wie messen wir Verbesserungen über den gesamten SDLC hinweg?
  • Wie lassen sich diese Verbesserungen in konkrete Vorteile umwandeln?

Erfolgreiche KI-gestützte SDLC-Programme erfordern mehr als nur die Implementierung von Technologie. Sie benötigen einen Transformationsrahmen, der KI-Initiativen direkt mit Geschäftszielen und messbaren Ergebnissen verknüpft.

Der Prozess

Sechs Workstreams, die die KI-gestützte SDLC-Transformation bei einem führenden US-Versicherer beschleunigten

Wavestone arbeitete mit dem Versicherer zusammen, um sechs Workstreams zu definieren und zu starten. Die Ausgestaltung berücksichtigte das regulatorische Umfeld, das Beschaffungsmodell und die Engineering-Struktur des Unternehmens. Die Workstreams haben sich auch auf andere Großunternehmen übertragen lassen, wobei die jeweiligen Schwerpunkte je nach Organisation variieren.

Das Programm basierte auf Erkenntnissen aus der Praxis. In einem zwölfwöchigen Pilotprojekt mit mehr als 30 Teilnehmenden wurden GitHub Copilot und Amazon Q sowie MS 365 Copilot und SeaLights evaluiert. Jede Empfehlung wurde anhand der tatsächlichen Erfahrungen dieser Teams validiert.

Die sechs Workstreams

Entwicklung einer Transformations-Roadmap, die auf die geschäftlichen Prioritäten abgestimmt ist.

Anwendungsfälle wurden über den gesamten Softwareentwicklungslebenszyklus hinweg identifiziert, nach Mehrwert und Umsetzbarkeit bewertet und in einer umsetzbaren Roadmap priorisiert. Dadurch konnte sich das Management bei seinen Investitionen auf die Chancen mit dem größten Potenzial konzentrieren.

Wo KI im Arbeitsalltag eingesetzt wurde

Die wichtigsten Anwendungsfälle in den Entwicklungsteams umfassten Codegenerierung, Generierung von Unit-Tests, Refactoring, Performance-Optimierung, Debugging, Codeverständnis und Dokumentation. Der Mehrwert entstand aus der Kombination dieser Möglichkeiten und nicht aus einer einzelnen Funktion.

 

Die Ergebnisse

Von Produktivitätssteigerungen zu Geschäftsergebnissen

Für diesen Versicherer lagen die größten Wertschöpfungspotenziale in vier Phasen: Planung, Anforderungsmanagement, Entwicklung und Testing. Das Programm konzentrierte sich daher auf diese Bereiche, anstatt den gesamten Lebenszyklus auf einmal zu transformieren. Wavestone hat eine ähnliche Konzentration auch in anderen großen Engineering-Organisationen beobachtet, wobei die konkrete Verteilung vom Reifegrad der eingesetzten Tools und den jeweiligen Engpässen im Delivery-Prozess abhängt.

Produktivität war jedoch nur der Ausgangspunkt. Der Versicherer realisierte die erzielten Vorteile über zwei Wege.

Weg 1: Wettbewerbsvorteile durch operative Hebelwirkung

KI ermöglichte es dem Versicherer, mit seinen bestehenden internen Teams mehr zu erreichen:

  • Durchschnittlich rund 30 % Zeitersparnis pro Entwickler
  • Erster messbarer Mehrwert nach etwa 4 Arbeitstagen des Experimentierens, wodurch Bedenken hinsichtlich der Time-to-Value frühzeitig ausgeräumt wurden
  • Mehr als 80 qualifizierte geschäftliche Anwendungsfälle identifiziert
  • Mehr als 100 Mitarbeitende geschult, mit einer positiven Entwicklung der Akzeptanz, gemessen anhand des Net Promoter Score

Anstatt den Personalbestand zu reduzieren, verlagerte der Versicherer Kapazitäten auf die Modernisierung der Architektur, den Abbau technischer Schulden, Innovationsinitiativen, die Lösung komplexer Probleme und eine schnellere Produktbereitstellung.

Weg 2: Kostenoptimierung durch geringere Delivery-Kosten

KI eröffnete zudem Möglichkeiten zur Optimierung externer Delivery-Ausgaben:

  • Geschätzte Kostenvermeidung von 3–5 Mio. US-Dollar bei ausgewählten zukünftigen Initiativen
  • Neue Potenziale für Einsparungen von 10–30 % bei der Verlängerung von IT-Serviceverträgen
  • Frühzeitige Einbindung von Managed-Service-Providern, um Erkenntnisse und Erfahrungen ihrer Teams direkt einfließen zu lassen

Mit zunehmender Reife der Produktivitätsverbesserungen gestaltete der Versicherer seine Beziehungen zu Dienstleistern neu, unter anderem durch die Neufestlegung von Vertragsgrundlagen, Scope-Optimierung, Gain-Sharing-Modelle und eine höhere Delivery-Effizienz. Das Ergebnis sind messbare finanzielle Effekte, die sich auf die operative Marge auswirken, sowie eine stärkere Ausrichtung auf ergebnisbasierte statt kapazitätsbasierte Delivery-Modelle.

Was dies für andere Unternehmen bedeutet

Die Einführung von KI-Coding-Assistenten war nur der Ausgangspunkt. Entscheidend ist der Aufbau eines strukturierten Transformationsprogramms, das die Planung, Entwicklung, das Testing und die Bereitstellung von Software systematisch verbessert.

Planung, Anforderungsmanagement, Entwicklung und Testing sind zugleich die Phasen, in die agentische Tools bereits vordringen. Das verändert die Faktoren, die den Mehrwert bestimmen. Nicht mehr die Geschwindigkeit einzelner Entwickler steht im Mittelpunkt, sondern die Orchestrierung: wie Aufgaben auf verschiedene Agents verteilt werden, wie Ergebnisse überprüft werden, bevor sie die Produktionsumgebung erreichen, und an welchen Stellen menschliches Urteilsvermögen weiterhin eingebunden bleibt. Damit wird die Review-Kapazität zum Engpass und nicht mehr die Erstellungskapazität.

Wenn KI-Systeme mehrstufige Aufgaben mit weniger menschlicher Kontrolle ausführen, profitieren vor allem Unternehmen, die bereits wissen, wie sie Ergebnisse messen, die Einführung steuern, die Token-Kosten beim skalierbaren Betrieb von Agents kontrollieren und die Akzeptanz in großen Engineering-Organisationen fördern. Werden diese Kosten nicht aktiv gesteuert, können sie die Einsparungen aufzehren, die das Programm eigentlich erzielen sollte. Die Fähigkeiten, die für assistive Tools aufgebaut wurden, bilden die Grundlage dafür, agentische Tools sicher zu skalieren. Unternehmen, die sich noch in der Pilotphase befinden, könnten dadurch bereits ins Hintertreffen geraten, bevor dieser Wandel vollständig einsetzt.

Jede neue KI-Welle in der Softwareentwicklung verschiebt den Engpass an eine andere Stelle. Die nächste Verlagerung geht in Richtung Spezifikation und Verifikation. Im Vorteil sind die Unternehmen, die frühzeitig erkennen, wohin sich der Engpass verlagert hat, und ihre Organisation als Erste darauf ausrichten.

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